Multiples Myelom

Definition:
Das Multiple Myelom (Plasmozytom, Morbus Kahler) ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Es entsteht durch die bösartige Entartung von Plasmazellen. 
Normale Plasmazellen sind für die Herstellung von bestimmten Eiweißstoffen für ein funktionierendes Immunsystem, den Antikörpern (Immunglobuline), zuständig. Bei Vermehrung von entarteten Plasmazellen im Knochenmark kommt es zu:

 

  • Verdrängung anderer Zellen im Knochenmark
  • Zerstörung von Knochensubstanz
  • Herstellung großer Mengen von funktionsunfähigen Antikörpern (Protein)

Diese Proteine werden im Blut und im Urin nachgewiesen und werden als Paraprotein, monoklonales Protein, M-Gradient oder Bence Jones Protein bezeichnet.

Ursachen:

Das Multiple Myelom ist eine seltene Krankheit und ist für 1% aller Krebserkrankungen verantwortlich. In Österreich erkranken pro Jahr ca. 500 Menschen neu am Multiplen Myelom.

Es ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters, die Erkrankung wird im Schnitt erst mit knapp 70 Jahren diagnostiziert. Die Ursachen sind letztendlich unbekannt, es werden jedoch einige Faktoren diskutiert (Übergewicht, Genetik, Umweltfaktoren).
Vorstufe des Multiplen Myeloms ist die Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS), die meist ohne Krankheitssymptome auftritt. Bei vielen Patienten wird das Multiple Myelom aber nicht im Stadium dieser Vorstufe, sondern erst nach Ausbruch der Erkrankung mit richtungsweisenden Symptomen wie Knochenschmerzen oder Blutarmut (Anämie) entdeckt.

Diagnose:

Blut- und Harnbefund, Bildgebung (Röntgen, CT, MRT, PET-Scan), Biopsie des Knochenmarks

Therapie:

Nicht jeder Patient mit einem Multiplen Myelom muss sofort behandelt werden! Entscheidend ist, ob das Multiple Myelom im Körper bereits bestimmte Schäden wie unten angeführt angerichtet hat.
Ziel der Behandlung ist zuerst die Kontrolle des Multiplen Myeloms und die Rückbildung aller Komplikationen, die durch die Erkrankung verursacht wurden, z. B. Einschränkung der Nierenfunktion, erhöhte Kalziumspiegel im Blut oder Anämie (Blutarmut). In letzter Zeit sind zahlreiche neue medikamentöse Behandlungen zugelassen worden, die die Überlebensdauer und die Lebensqualität deutlich verbessern können.

 

 

Therapieoptionen: 
Klassische Chemotherapie, neue  Medikamentenklassen (Proteasom-Inhibitoren, Immunmodulatoren, monoklonale Antikörper), Stammzelltransplantation, Strahlentherapie, unterstützende Maßnahmen

Quelle: 
Onkopedia-Leitline  für Patienten „Multiples Myelom“ (Stand: September 2013, download unter 
http://www.onkopedia.com/)

 

Jänner 2018

AT/IZA/0117/0011