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Angioödeme im Kopf-Hals-Bereich: Direkter Kurs auf rasche Symptomlinderung bei akuter Atemnot

29. Mai 2019

Berlin, 30.05.2019 – Bei akuten Angioödemen im Kopf-Hals-Bereich besteht grundsätzlich die Gefahr einer Verlegung der Atemwege. Mögliche Differentialdiagnosen können allerdings vielschichtig sein und eine Herausforderung für die Praxis darstellen. Insbesondere die Bradykinin-vermittelten Formen wie das hereditäre Angioödem (HAE) werden zu selten erkannt. Der Verdacht auf ein HAE liegt nahe, wenn in der Anamnese auch kolikartige Abdominalschmerzen und/oder rezidivierende Hautschwellungen auftreten. Über die Akuttherapie HAE-bedingter Schwellungen mit dem selektiven Bradykinin-B2-Rezeptor- Antagonisten Icatibant (Firazyr®) berichtete PD Dr. Ulrich Straßen, Technische Universität München, auf der 90. Jahrestagung der Dt. Gesellschaft für HNO-Heilkunde: „In den meisten Fällen führt schon eine Injektion zum Abschwellen des Ödems und zum deutlichen Rückgang der Atemnot.“ Antihistaminika und Cortison zeigen beim HAE allerdings keinerlei Wirkung, „da es keine Histamin-vermittelte Reaktion ist,“ ergänzte Prof. Dr. Murat Bas, Ottobrunn. Neben der Akutbehandlung steht für HAE-Patienten seit Februar 2019 eine prophylaktische Therapieoption mit Lanadelumab (TAKHZYRO®▼) zur Verfügung. „Für Patienten, die unter nicht vorhersehbaren Attacken mit quälender Atemnot leiden, wird die Lebensqualität langfristig wesentlich verbessert,“ hob Prof. Dr. Jens Greve vom Universitätsklinikum Ulm hervor.

Bradykinin-induzierte Ödeme wie das hereditäre Angioödem (HAE) können in der Symptomatik allergischen Ödemen zum Verwechseln ähnlich sehen. In beiden Fällen können bei einer Manifestation im Pharynx/Larynx die Atemwege massiv verengt und eine lebensbedrohliche Atemnot die Folge sein. Der Verdacht auf HAE besteht, wenn die Betroffenen auch unter immer wiederkehrenden Hautschwellungen leiden, diese aber nicht mit Juckreiz, Quaddelbildung und Hautrötung verbunden sind. Bei den meisten Patienten treten auch wiederholt kolikartige Abdominalschmerzen auf. „Dies sind wichtige und rasch überprüfbare Kriterien zur Abgrenzung von allergischen Reaktionen“ erläuterte Bas.

Die Differentialdiagnose eines HAE stützt sich zusätzlich auf eine positive Familienanamnese und laborchemische Befunde (C1-Inhibitor-Konzentration und -Aktivität, Komplementfaktor C4).

Schwellungsattacke schnell beenden mit Icatibant

Bei Patienten mit Ödemen im Kopfbereich oder des Pharynx/Larynx ist eine umgehende Intervention erforderlich.1 In den Zulassungsstudien zeigte der Bradykinin-B2-Rezeptor-Antagonist Icatibant seine rasche Wirksamkeit auch bei Larynxschwellungen. Erste Symptomverbesserungen nahmen Patienten bereits nach median 0,6-1 h in den kontrollierten Studienphasen wahr.2,3 „Ein früher Therapieeinsatz ist außerordentlich wichtig, da die erste Besserung dann meist innerhalb der ersten halben Stunde bis Stunde eintritt,“ so Straßen. Die Auswertung der Daten eines internationalen, prospektiven Registers mit 136 HAE Patienten zeigte, dass die frühe Blockade des Bradykinin-B2-Rezeptors mit Icatibant, insbesondere in der ersten Stunde der Attacke, die Dauer der Schwellung signifikant reduzierte und ihren Rückgang beschleunigte.4 „Nach meinen Erfahrungen ist weder mit systemischen Nebenwirkungen noch immunogenen Reaktionen zu rechnen. Auch eine intensivmedizinische Überwachung, Intubation oder Tracheotomie ist meist nicht nötig,“ berichtete Straßen aus der Praxis.

HAE-Attacken langfristig in den Griff bekommen

Die aktuellen Leitlinien der World Allergy Organization (WAO) und der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) haben das Konzept einer langfristigen Prophylaxe gestärkt.1 Für die Langzeitprophylaxe eines HAE steht für Patienten ab 12 Jahren seit Februar 2019 Lanadelumab (TAKHZYRO®▼) zur Verfügung.5 Der humane monoklonale Antikörper hemmt spezifisch das Plasma- Kallikrein und wird alle 2 Wochen subkutan verabreicht. In der Zulassungsstudie konnte mit 300 mg Lanadelumab subkutan alle 2 Wochen die Häufigkeit der HAE-Attacken um 87% gegenüber Placebo reduziert werden (p&lt0,001). In der Steady-State-Behandlungsphase (Tag 70 bis Tag 182) waren fast 8 von 10 Patienten (77%) attackenfrei gegenüber 3% mit Placebo. Auch die Lebensqualität konnte signifikant verbessert werden.5 Die Bedeutung einer zuverlässigen Symptomkontrolle für HAE- Patienten bestätigte Greve in seinem Fazit. „Von harmlos bis lebensbedrohlich – jede HAE-Attacke, die verhindert werden kann, erleichtert den Alltag der Betroffenen und nimmt die enorme Krankheitslast“.

554 Wörter; 4.461 Zeichen inkl. Leerzeichen

Quellen

Satellitensymposium der Shire Deutschland GmbH, jetzt Teil der Takeda Group, „Angioödeme im Kopf-Hals- Bereich: Wenn HNO-Ärzte ihre Patienten durch schwere See steuern müssen“, 90. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, 30. Mai 2019, Berlin

  1. Maurer M et al. Allergy 2018;73:1575-96
  2. Cicardi et al. N Engl J Med. 2010;363:532-541
  3. Lumry WR et al. Ann Allergy Asthma Immunol. 2011;107:529-537
  4. Maurer M et al. PLOS One 2013; 8(2):e53773
  5. Fachinformation TAKHZYRO 300 mg Injektionslösung (Lanadelumab), November 2018

▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8 der Fachinformation.

TAKHZYRO® 300 mg Injektionslösung
Wirkstoff: Lanadelumab
Zusammensetzung: Eine Durchstechflasche enthält 300 mg Lanadelumab* in 2 ml Lösung.
*Lanadelumab wird in der Ovarienzelllinie des chinesischen Hamsters (Chinese Hamster Ovary, CHO) mittels rekombinanter DNA‐Technologie hergestellt. Sonstige Bestandteile: Dinatriumphosphat‐Dihydrat, Citronensäure‐Monohydrat, L‐Histidin, Natriumchlorid, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke.
Anwendungsgebiete: Routinemäßige Prophylaxe von wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems (HAE) bei Patienten ab 12 Jahren.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen: Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Hautrötung, blaue Flecken, Unbehagen, Schwellung, Blutung, Juckreiz, Verhärtung der Haut, Kribbeln, Wärme und Ausschlag. Häufig: Allergische Reaktionen einschließlich Juckreiz, Unbehagen und Kribbeln auf der Zunge; Schwindelgefühl, Ohnmachtsgefühl; erhabener Hautausschlag; Muskelschmerz; anomale Leberenzymwerte.
Weitere Angaben: s. Fach‐ und Gebrauchsinformation. Verschreibungspflichtig.
Shire Pharmaceuticals Ireland Limited, Blocks 2 & 3 Miesian Plaza, 50‐58 Baggot Street Lower Dublin 2, IRLAND
Stand der Information: November 2018

Firazyr® 30 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Wirkstoff: Icatibant‐Acetat.
Zusammensetzung: Eine 3‐ml‐Fertigspritze enthält 30 mg Icatibant (als Acetat).
Ein ml Lösung enthält 10 mg Icatibant. Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Eisessig, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.
Anwendungsgebiete: Symptomatische Behandlung akuter Attacken eines hereditären Angioödems (HAE) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren mit C1‐Esterase‐Inhibitor‐Mangel.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen: Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (Blauer Fleck, Hämatom, Brennen, Erythem, Hypästhesie, Reizung, Taubheitsgefühl, Ödem, Schmerzen, Druckgefühl, Juckreiz, Schwellung, Urtikaria und Wärme an der Injektionsstelle). Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit, Ausschlag, Erythem, Pruritus, Fieber, Transaminasen erhöht. Bei Erwachsenen seltene Fälle vorübergehend positiver Testergebnisse auf Anti‐Icatibant‐Antikörper (Wirksamkeit blieb erhalten). Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Quaddeln (Urtikaria).
Hinweise: Subkutane Anwendung. Firazyr kann von Patienten selbst oder von Pflegepersonen angewendet werden, sofern sie zuvor durch medizinisches Fachpersonal in der subkutanen Injektionstechnik geschult worden sind.
Weitere Angaben: s. Fach‐ und Gebrauchsinformation. Verschreibungspflichtig.
Shire Pharmaceuticals Ireland Limited, Block 2 & 3 Miesian Plaza, 50 – 58 Baggot Street Lower, Dublin 2, D02 Y754, Ireland. Örtlicher Vertreter: Shire Deutschland GmbH, 10117 Berlin.
Stand der Information: März 2019

 

Unser Engagement für das hereditäre Angioödem

Shire, jetzt Teil von Takeda, unterstützt Patienten seit 10 Jahren als zuverlässiger und dauerhafter Partner der HAE-Community. Wir sind vom Recht der Patienten auf eine maßgeschneiderte Behandlung überzeugt und fühlen uns einer fortgesetzten Innovation verpflichtet. Unser aktuelles Produktportfolio umfasst individuelle Therapieoptionen, um den verschiedenen Bedürfnissen der HAE-Patienten gerecht zu werden. Neben dem Fokus auf der Entwicklung neuer Behandlungen unterstützen wir maßgeschneiderte Angebote für die HAE-Community.

Über die Shire Deutschland GmbH, jetzt Teil der Takeda Group

Takeda ist ein forschungsgetriebenes, wertebasiertes und global führendes biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Japan. Als größter japanischer Arzneimittelhersteller engagiert sich Takeda in 80 Ländern und Regionen weltweit dafür, Patienten mit wegweisenden medizinischen Innovationen eine bessere Gesundheit und eine schönere Zukunft zu ermöglichen. Takeda fokussiert seine Forschung auf die Therapiegebiete Onkologie, Gastroenterologie, Erkrankungen des zentralen Nervensystems und Seltene Erkrankungen – sowohl in eigenen Zentren als auch gemeinsam mit externen Experten. Außerdem investiert Takeda zielgerichtet in Forschungsaktivitäten in den Bereichen Plasmabasierte Therapien und Impfstoffe, um eine noch stabilere und vielfältigere Pipeline aufzubauen. Dabei steht der Patient mit seinen Bedürfnissen jederzeit im Mittelpunkt: Unsere Mitarbeiter engagieren sich täglich dafür, die Lebensqualität von Patienten weltweit zu verbessern und die Zusammenarbeit mit Partnern im Gesundheitswesen voranzutreiben.

Die Shire Deutschland GmbH, seit dem 8. Januar 2019 Teil der Takeda Group, und die Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG, ergänzt durch weitere administrative Funktionen in Konstanz, steuern von Berlin aus die gesamten Takeda Aktivitäten für den deutschen Markt. Als Teil eines globalen Produktionsnetzwerkes betreibt Takeda in Deutschland Produktionsstätten im brandenburgischen Oranienburg sowie in Singen. Insgesamt sind mehr als 2.300 Mitarbeiter für Takeda in Deutschland tätig. Besuchen Sie uns im Internet: www.shire.de und www.takeda.de; Datenschutzhinweis: www.shire.de/impressum/privacy-notice und www.takeda.de/privacy.

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