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Allergiekongress 2021

Aufbruch beim hereditären Angioödem:
Diagnostik, Management und Therapie im Wandel

30. September 2021

Dresden, 30.09.2021 – Neue Therapieziele, digital nutzbare Patientenfragebögen, neue Langzeit und Real-World-Daten zur Prophylaxe – beim Hereditären Angioödem (HAE) hat sich in diesem Jahr viel bewegt. Wenn die Betroffenen erst einmal diagnostiziert sind, haben sie mit den mittlerweile verfügbaren therapeutischen Möglichkeiten die Chance, ein normales Leben zu führen. Das ist die Botschaft aus dem Symposium von Takeda beim Deutschen Allergiekongress (DAK) 2021.

Die Therapie ist die „Kür“, wenn zuvor die „Pflicht“ erfolgt ist: die richtige Diagnose. „Dazu muss es gelingen, die für das HAE typischen Haut- und Schleimhautschwellungen von anderen Schwellungen, z. B. Angioödemen bei Urtikaria oder allergisch bedingten Angioödemen zu differenzieren“, erläuterte Prof. Bettina Wedi, Medizinische Hochschule Hannover. Die Schwellungen beim HAE treten rezidivierend auf und jucken nicht. Außerdem werden sie im Gegensatz zu den Histamin-vermittelten allergischen Schwellungen durch Bradykinin ausgelöst, das in der Kallikrein-Kinin-Kaskade gebildet wird. Antihistaminika oder Kortison sind beim HAE wirkungslos. Kam es darüber hinaus bereits im Kindes- oder Jugendalter zu ersten Schwellungen und gibt es eine positive Familienanamnese (CAVE: in bis zu 25% der Fälle sind Neumutationen die Ursache), besteht der Verdacht auf ein HAE. Ein einfacher Labortest kann die Diagnose sichern. Dazu werden Konzentration und Funktion des C1-Inhibitors, des zentralen Regulators des Kallikrein-Kinin-Systems, sowie die Konzentration des Komplementfaktors C4 bestimmt.1

Neu: Globale Delphi-Initiative rückt die Prophylaxe in den Mittelpunkt

Prof. Wedi berichtete, dass in diesem Jahr erstmals ein internationaler Konsens zu den wichtigsten Therapiezielen beim HAE erreicht wurde. Dazu kamen 23 internationale HAE-Expertinnen und - Experten und Co-Autoren des letzten Updates der HAE-Leitlinien der World Allergy Organization/European Academy of Allergy and Clinical Immunology (WAO/EAACI)1 im Rahmen eines virtuellen Delphi-Prozesses zusammen.2 Die obersten Behandlungsziele sind demnach, die vollständige Kontrolle der Krankheit – also vollständige Attackenfreiheit – zu erreichen (95% Konsens) und das Leben der Patienten zu normalisieren (100% Konsens).2 „Der Konsens ist ein wichtiger Beitrag und eine Orientierungshilfe zum effektiven Therapiemanagement in der täglichen Praxis und stärkt den Stellenwert der Langzeitprophylaxe“, so Prof. Wedi.

Neu: Patientenfragebögen jetzt digital nutzbar

Um Therapieentscheidungen zu begründen und den Krankheitsstatus von HAE-Patienten zuverlässig zu erfassen, sind mittlerweile validierte Fragebögen zur Evaluierung der Lebensqualität (AE-QoL – Angioedema Quality of Life Questionnaire) und der Krankheitskontrolle (AECT – Angioedema Control Test) etabliert. Das Urtikaria Network e.V. (UNEV) bietet unter digipro.azurewebsites.net die Fragebögen nun auch digital an, was deren Anwendung vereinfacht. Die Test-Ergebnisse können u.a. anonymisiert gespeichert, per E-Mail zugeschickt oder als pdf angezeigt und ausgedruckt werden. „Somit wurde ein echter Mehrwert für Arzt und Patient geschaffen“, berichtete Prof. Andrea Bauer,
Universitätsklinikum Dresden.

Neu: Langzeitdaten mit Lanadelumab zeigen fast 98% attackenfreie Tage während der
Behandlung

Vor Kurzem wurde die Endauswertung der offenen Verlängerung der HELP-Zulassungsstudie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Lanadelumab (TAKHZYRO®) im Journal Allergy publiziert.3 In der offenen Verlängerungsstudie, der bislang größten und längsten Studie mit HAE-Patienten (n=212), konnte mit Lanadelumab 300 mg alle 2 Wochen über eine durchschnittliche Studiendauer von 29,6 Monaten die HAE-Attackenrate um 87,4% reduziert werden. Hervorzuheben sind v.a. die attackenfreien Intervalle. Eine Prophylaxe mit Lanadelumab bietet HAEPatienten eine langanhaltende Chance auf Attackenfreiheit:

  • Fast 98% attackenfreie Tage während der Behandlungszeit.3
  • 14,8 Monate mittlere attackenfreie Zeit.3

„Zudem hatte sich bei den Patienten auch die Lebensqualität, gemessen anhand des Angioedema Quality of Life Questionnaire, erheblich verbessert“, betonte Prof. Bauer. Die stärksten Verbesserungen wurden in den Domänen „Funktion“ sowie „Angst/Schamgefühl“ erreicht. Es gab keine Sicherheitsbedenken während der Behandlungszeit.3

Neu: Real-World-Daten bestätigen die Ergebnisse der offenen Verlängerungsstudie

Inzwischen wurden auch Real-World-Studien aus 2 deutschen Zentren publiziert.4,5 Prof. Markus Magerl, Charité-Universitätsmedizin Berlin, stellte die Daten aus Berlin vor.5 Er führte aus, dass die Ergebnisse auch in der Praxis eine langanhaltende attackenfreie Zeit bei den Patienten bestätigten, von denen ein großer Anteil bis zur Auswertung völlig attackenfrei blieb, teilweise auch mit verlängerten Applikationsintervallen. Von der damit einhergehenden Verbesserung der Krankheitskontrolle sowie der Lebensqualität profitierten nicht nur Patienten, die zuvor Akuttherapie erhalten hatten, sondern auch Patienten, die von einer Langzeitprophylaxe mit C1-Inhibitor-Konzentrat auf Lanadelumab umgestellt worden waren.„Die Behandlungsziele aus dem Delphi-Panel, vollständige Attackenfreiheit und Kontrolle der Krankheit sowie Normalisierung des Lebens der Patienten, kann also durch eine Langzeitprophylaxe mit Lanadelumab erreicht werden“, so das Fazit von Prof. Magerl.

Weitere Informationen zum HAE

 

Literatur

  1. Maurer M et al. Allergy 2018;73:1575-1596. doi: 10.1111/all.13384.
  2. Maurer M et al. J Allergy Clin Immunol 2021. S0091-6749(21)00821-6. doi: 10.1016/j.jaci.2021.05.016. Online ahead of print.
  3. Banerji A et al. Allergy 2021; doi:10.1111/all.15011. Online ahead of print.
  4. Hahn J et al. J Drugs Dermatol 2020;19(10):978-983. doi: 10.36849/JDD.2020.5269.
  5. Buttgereit et al. J Allergy Clin Immunol Pract 2021;S2213-2198(21)00581-X. doi:
    10.1016/j.jaip.2021.04.072. Online ahead of print.

 

Über Takeda

Takeda ist ein forschungsgetriebenes, wertebasiertes und global führendes biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Japan. Als größter japanischer Arzneimittelhersteller engagiert sich Takeda in 80 Ländern und Regionen weltweit dafür, Patienten mit wegweisenden medizinischen Innovationen eine bessere Gesundheit und
eine schönere Zukunft zu ermöglichen. Takeda fokussiert seine Forschung auf die Therapiegebiete Onkologie, Gastroenterologie, Seltene Erkrankungen und Neurowissenschaften – sowohl in eigenen Zentren als auch gemeinsam mit externen Experten. Außerdem investiert Takeda zielgerichtet in Forschungsaktivitäten in den Bereichen Plasmabasierte Therapien und Impfstoffe, um eine noch stabilere und vielfältigere Pipeline aufzubauen. Dabei steht der Patient mit seinen Bedürfnissen jederzeit im Mittelpunkt: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit engagieren sich täglich dafür, die Lebensqualität von Patienten zu verbessern und die Zusammenarbeit mit Partnern im Gesundheitswesen voranzutreiben. www.takeda.com

Takeda in Deutschland

Mit rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Deutschland zu den weltweit größten Landesgesellschaften von Takeda. Von Berlin aus und mit Funktionen in Konstanz steuert Takeda die Geschäftsaktivitäten für den deutschen Markt. Hier ist Takeda in den Bereichen Gastroenterologie, Onkologie, Seltene Erkrankungen (Hämophilie, Immunologie, Stoffwechsel) sowie Neurowissenschaften, Urologie und Chirurgie aktiv. Takeda betreibt in Deutschland zwei Produktionsstätten, die zum globalen Produktionsnetzwerk von Takeda gehören und Menschen in über 100 Ländern mit qualitativ hochwertigen Arzneimitteln versorgen. Im baden-württembergischen Singen sind rund 1.000 Mitarbeiter auf die Herstellung flüssiger und halbfester sowie gefriergetrockneter Arzneimittel spezialisiert. Im November 2019 hat Takeda in Singen seine erste Dengue-Impfstofffabrik weltweit eingeweiht. Im brandenburgischen Oranienburg stellen über 800 Mitarbeiter feste Arzneimittelformen, Tabletten und Kapseln, her. Am Standort befindet sich auch eine Pilotproduktion für klinische Entwicklungsprojekte. Die Arzneimittelproduktion in Oranienburg kann auf eine Tradition von mehr als 130 Jahren zurückblicken. Mehr Informationen unter www.takeda.com

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