Bluthochdruck

Alle Organe des Körpers werden durch das Blut mit Nährstoffen (z.B. Zucker) und Sauerstoff versorgt. Der Transport des Blutes erfolgt über das Gefäßsystem (Arterien und Venen), der Motor dieses Blutkreislaufes ist das Herz. Mit jedem seiner Schläge pumpt das Herz beim Erwachsenen etwa ein Zehntel Liter Blut in die Schlagadern (Arterien). Dadurch entsteht im Gefäßsystem eine Druckwelle. Die Blutfüllung führt zu einem Druckanstieg im arteriellen Gefäßsystem. Sobald das Blut in die Organe gelangt ist, sind Füllung und Druck geringer. Diese Druckunterschiede können von außen gemessen werden.
Mit dem höheren (systolischen) Druck wird der Wellenberg gemessen, mit dem tieferen (diastolischen) Druck das Wellental. Der Druck im Gefäßsystem ist allerdings auch davon abhängig, wie eng oder weitgestellt die Arterien gerade sind.

Schwankungen des Blutdrucks sind ganz normal, denn er passt sich den täglichen Aktivitäten
an. Die Blutdruckwerte steigen bei körperlicher Anstrengung oder Aufregung. Auch im Tagesverlauf
ist der Blutdruck unterschiedlich: Am frühen Vormittag und am späten Nachmittag ist er
am höchsten, während er nachts besonders niedrig ist. Eine einmalige Blutdruckmessung sagt
deshalb nicht viel aus.

Ist der Blutdruck allerdings dauerhaft zu hoch, so spricht man von arterieller Hypertonie, oft verkürzt auch Hypertonie, Hypertonus, Hypertension oder im täglichen Sprachgebrauch Bluthochdruck genannt. Meist liegt eine „essentielle arterielle Hypertonie“, ohne Grunderkrankung als Auslöser, vor.

Wird bei einem Erwachsenen der Blutdruck in Ruhe gemessen, sollte – bei Selbstmessung – der
höhere, systolische Wert unter 135 mmHg und der niedrigere, diastolische Wert unter 85 mmHg
liegen. Wenn mehr als 7 von 30 Messwerten über 135/85 liegen, besteht Bluthochdruck.
Misst der Arzt den Blutdruck, gilt 140/90 mmHg als oberer Grenzwert.

Neben familiärer Veranlagung und Alter sind vor allem Übergewicht, mangelnde körperliche
Aktivität, kochsalzreiche Ernährung, Alkoholkonsum und Stress entscheidende Risikofaktoren
für die Entstehung eines Bluthochdruckes. Selten kann auch eine andere Krankheit wie eine
Schilddrüsenfunktionsstörung, eine Nierenerkrankung oder auch ein Herzklappenfehler dafür
verantwortlich sein. Ebenso haben Diabetiker sehr oft erhöhten Blutdruck.

Bleibt Bluthochdruck unbehandelt, kann er im Laufe der Zeit zu lebensbedrohlichen Folgeschäden
wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenschwäche führen.

Da erhöhter Blutdruck lange Zeit keine oder nur uncharakteristische Beschwerden
wie Kopfschmerzen oder Nasenbluten verursacht, wird die Bedeutung dieser Erkrankung gerne unterschätzt. Treten Atemnot oder Schwindel auf, sind meist schon schwerwiegende Folgeschäden an Herz oder Gefäßen eingetreten, die letztendlich zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen führen können. Wird ein zu hoher Blutdruck rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, lässt sich das Risiko von Herz-Kreislauf- und Organschäden erheblich vermindern.

 

Jänner 2018